Schloss Schönau 

Das Geschlecht der Herren von Schönau erscheint erstmals zum Anfang des 14. Jahrhunderts in der Geschichte der Stadt. Die elsässische Adelsfamilie bekleidet wichtige Ämter in der Klosterherrschaft Säckingen und nimmt ihren Sitz wahrscheinlich an der Stelle der späteren Schlossanlage.
 

Das Bauwerk, welches heute den einladenden Schlosspark beherrscht, wurde um 1600 errichtet. Das wuchtige Herrenhaus flankierten vier Ecktürme mit »Augsburger Kuppeln«, die das große Satteldach mit seinen Krüppelwälmen weit überragten. Grabungsbefunde deuten auf eine Bewehrung des Schlosses mit einem damals üblichen Wassergraben.
 

Der Dreißigjährige Krieg oder der nur wenig später ausgefochtene Holländische Krieg fügte wohl der Schlossanlage große Schäden zu. Den Umbauten zum Ende des 17. Jahrhunderts fielen zwei der vier Ecktürme zum Opfer. Ein zusätzlicher Turm erhob sich nun in der Mitte der Westfassade. Ihre Höhe wurde durch achteckige Geschosse aufgestockt. Auch die Innenräume erfuhren eine neue Gestaltung durch die Hand eines unbekannten Stukkateurs. Reich profilierte Stuckdecken und kunstvolle Flügeltüren entfalten seitdem ihre barocke Pracht.
 

Die alten Befestigungswerke wurden niedergelegt. Um das Schloss legte sich ein großer Park nach dem Muster französischer Ziergärten. Aus den Kronen der Bäume ragte die Kuppel eines kleinen Barock-Pavillons, der im Inneren mit Fresken des damals im Fridolinsmünster tätigen Tessiner Malers Francesco Antonio Giorgioli ausgeschmückt wurde.
 

Umfangreiche Renovierungsarbeiten im 19.Jahrhundert haben noch einmal die Architektur des Schlosses Schönau geprägt. Mit großem Aufwand und im Stilempfinden der damaligen Zeit ließ der Säckinger Industrielle Theodor Bally den zum Brauhaus abgesunkenen Herrensitz gänzlich restaurieren. Diesem Vorhaben sind auch wichtige Teile der historischen Bausubstanz zum Opfer gefallen.
 

Die Stadt erwarb das Schloss im Jahre 1928 und richtete darin 1936 ein Heimatmuseum ein. Eine Umgestaltung der Schlossfassade fand in den Jahren 1958/59 statt. Dabei wurde die Glasveranda an der Nordseite des Gebäudes abgerissen. Nach einer Innenrenovierung im Jahr 1968 wurde das Museum als Hochrheinmuseum mit einer ur- und frühgeschichtlichen Sammlung wiedereröffnet. Eine Uhrensammlung und seit 1985 ein Trompetenmuseum sind neue Attraktionen des Gebäudes, in dem die Sitzungen des Stadtrates, Empfänge und kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Die heutige Fassadengestaltung entstand im Zuge der letzten Außenrenovation 1985/86.